Projekt: Integration durch Dialog und Bewegung

Trägerschaft des Projekts

Sportkreis Heidelberg e.V.

Zielgruppe/Alter

  • Frauen und Mädchen (14-60 Jahre)
  • Kinder und Jugendliche (3-16 Jahre)

Veranstalter

  • Sportkreis Heidelberg
  • Heidelberger Sportvereine
  • Caritasverband Heidelberg
  • Netzwerkpartner

Veranstaltungsorte

  • Verschiedene Stadtteile (siehe Orte der Projektangebote)

Kooperationspartner

  • Caritasverband Heidelberg e.V. 
  • Stadt Heidelberg

Netzwerkpartner

  • versch. Sportvereine
  • Internationales Frauen- und Familienzentrum Heidelberg e.V.
  • Interkultureller Elternverein Heidelberg e.V.
  • Muslimische Studierendengruppe
  • Geschwister-Scholl-Schule (Heidelberg-Kirchheim)
  • AK "Migration und Gesundheit" beim Gesundheitsamt (RNK)
  • Internationaler Bund e.V. "Offene Jugendarbeit" (Heidelberg-Kirchheim)

Projektbeschreibung

Das Projekt richtet sich hauptsächlich an Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund, insbesondere auch an moslemische Frauen und Mädchen. An die Sportangebote sind verschiedene andere Bildungsangebote und Unterstützungsleistungen angekoppelt, um eine umfassende gesellschaftliche Integration der Teilnehmerinnen zu fördern. Eine der Hauptsäulen ist hierbei die sprachliche Förderung, die als grundlegende Voraussetzung für eine erfolgreiche Eingliederung in die Gesellschaft gesehen wird. Langfristiges Ziel ist es, die Teilnehmerinnen an die festen Strukturen des Vereins und der anderen beteiligten Institutionen zu binden.

Ein weiterer Ansatz des Projekts sind zahlreiche Angebote für Kinder und Jugendliche, um auch hier einen Beitrag zur Integration zu leisten. Das Projekt ist langfristig angelegt und soll auf andere Projekte übertragbar gemacht werden. 

Problemlage 

Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund sind in den Sportvereinen und bei anderen Sportangeboten deutlich unterrepräsentiert, nicht nur im Vergleich zu deutschen Jungen und Männern, sonder auch im Vergleich zu Jungen und Männern mit Migrationshintergrund. Dies trifft in noch stärkerem Maß für moslemische Mädchen und Frauen zu. Nach Daten aus der NRW-Jugend-Sport-Studie aus dem Jahr 1995 waren beispielsweise nur 3,1% der befragten türkischen Mädchen Mitglied in einem Sportverein.

Aus verschiedenen Studien geht aber auch hervor, dass Mädchen mit Migrationshintergrund durchaus an einem längerfristigen, formellen Sportengagement interessiert sind. Allerdings müssen hier einige wichtige strukturelle Bedingungen erfüllt sein, damit die Teilnahme am Sport nicht im Widerspruch steht zu kulturellen oder religiöse Vorstellungen und Normen, Familientraditionen oder der traditionellen Rolle der Frau im jeweiligen Herkunftsland.

Menschen mit Migrationshintergrund sind aber nicht nur in den Sportverein unterrepräsentiert.  Soziale Hilfesysteme und -leistungen werden von ihnen im Vergleich zu Einheimischen deutlich seltener in Anspruch genommen. Aufgrund ihrer „fremden Herkunft“ haben sie zudem nach wie vor einen schlechteren Zugang zu Bildung, Ausbildung und Arbeit.

Projektziele

Das Projekt hat gezielt verschiedene Gruppen und Institutionen eingebunden, um das Wissen um die jeweiligen kulturellen Hintergründe zu bündeln und um gemeinsam Rahmenbedingungen und Inhalte zu definieren, die eine umfassende Integration von Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund fördern. Durch die Vernetzung konnte ein Zugang zu Mädchen und Frauen aus verschiedenen Herkunftsländern und Kulturen geschaffen werden. Über das Internationale Frauen- und Familienzentrum konnte der Kreis der Teilnehmerinnen von vorwiegend moslemischem Frauen und Spätaussiedlerinnen auf Teilnehmerinnen aus der ganzen Welt erweitert werden z.B. aus der Türkei, Ägypten, Jordanien, Syrien, Palästina, Marokko, Eritrea, Albanien, Kosovo, Georgien, Russland, Ukraine, Kasachstan, etc....

Über die Sportvereine konnten auch deutsche Frauen in das Projekt eingebunden werden. Durch die unterschiedlichen Erfahrungen und Kompetenzen der beteiligten Organisationen können die Sportangebote mit weiteren Bildungsinhalten verknüpft werden. Über das Projekt bekommen die Teilnehmerinnen zudem einen Einblick in die verschiedenen sozialen Unterstützungsleistungen, die von den beteiligten Institutionen angeboten werden (Ehe- und Familienberatung, Beratung zu Kindergarten, Schule, Ausbildung, Schwangerschaftskonfliktberatung, etc....) Gemeinsam im Netzwerk wurden vor Projektbeginn spezifische Rahmenbedingungen ermittelt und definiert, die den Erfolg des Projekts langfristig sichern sollen.

Rahmenbedingungen

(1) Sportartspezifische Rahmenbedingungen:

Bei der Auswahl der Sportangebote wurden Bewegungshintergründe und eventuelle Einschränkungen aus den Herkunftskulturen berücksichtigt. Der Schwerpunkt wurde auf allgemeine gesundheitspräventive Angebote gelegt. Solche allgemeinen Angebote sprechen aus der Erfahrung viele Mädchen und Frauen an und stehen in der Regel nicht im Widerspruch zu kulturellen, religiösen oder familiären Normen und Vorstellungen. 

(2) Vertrauen schaffen:

Um einen Zugang zu den Mädchen und Frauen zu ermöglichen, suchen die beteiligten Institutionen einen engen persönlichen Kontakt und führen individuelle Informationsgespräche durch. In den persönlichen Gesprächen geht es zunächst darum, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und die Angebote und Strukturen des Projekts transparent zu machen. In einem zweiten Schritt werden die Teilnehmerinnen aus den unterschiedlichen Kursen und Angeboten an die Angebote der anderen beteiligten Institutionen herangeführt. Begleitpersonen aus ihrem jeweiligen Kurs begleiten sie anfangs in das neue Angebot. So haben die Teilnehmerinnen die Möglichkeit sich mit dem Angebot, der Anfahrt und den Räumlichkeiten zusammen mit einer vertrauten Person bekannt zu machen. Neben den einzelnen Kursen und Angeboten werden gemeinsam von allen Institutionen regelmäßig Begegnungstage für alle Teilnehmerinnen organisiert.

(3) Örtlich-räumliche Gegebenheiten:

Die Räumlichkeiten wurden so gewählt und gestaltet, dass die Teilnehmerinnen ungestört und unter sich sein können, um vor allem bei den moslemischen Mädchen und Frauen Hinderungsgründe aufgrund der örtlichen Gegebenheiten zu vermeiden. Der Eingangsbereich der Sporthalle wurde mit einem Vorhang versehen, den die Teilnehmerinnen selbst schließen können, die Schwimmhalle ist zu Kurszeiten nur für Frauen geöffnet.

(4) Familiäre Verpflichtungen:

Oft erschweren familiärer Verpflichtungen die Teilnahme an Freizeitangeboten. Daher bietet das Projekt parallel zu verschiedenen Angeboten eine Betreuung der Kinder durch pädagogisch qualifizierte Übungsleiter im selben Gebäude an.

(5) Bedürfnisse berücksichtigen und Einblicke vermitteln:

An den Begegnungstagen haben die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, in einer offenen und lockeren Atmosphäre ihre Wünsche und Bedürfnisse zu äußern und eine Rückmeldung über die von ihnen besuchten Angebote zu geben. Die Ideen und Wünsche werden bei der weiteren Planung der Angebote berücksichtigt. An diesen Tagen werden die Frauen ausführlich über weitere Angebote, Unterstützungsmöglichkeiten bei verschiedenen Problemen und über das Funktionieren und die Strukturen der Institutionen (Vereinswesen, Mitgliedsbeiträge, etc.) informiert.

(6) Fortbildung und ehrenamtliches Engagement:

Den Übungsleiterinnen des Projekts sollen in Fortbildungen kulturelles Hintergrundwissen und interkulturelle Kompetenzen vermittelt werden. Sie haben die Möglichkeit, an den Schulungsmaßnahmen des Programms „Integration durch Sport“ teilzunehmen. Im Laufe des Projektes sollen Schulungsmodule zu spezifischen Themen- und Handlungsfeldern entwickelt und angeboten werden. Über diese Module sollen neben den Übungsleiterinnen gezielt auch die Teilnehmerinnen geschult und zu ehrenamtlichem Engagement innerhalb des Projekts motiviert werden.

Projektangebote

·          Power Aerobic

·          Radfahren lernen

·          Schwimmen lernen

·          Damen-Funktionsgymnastik

·          Aqua-Fitness / Aqua-Jogging

·          Bewegungs- und Spielangebote für Kinder

·          Fußball-Turniere für Kinder und Jugendliche

·          Beratungsangebote

·          Selbstbehauptungsseminare

·          Sprachkurse / Konversationskurse

·          Frauen-Begegnungstage

·          Hausaufgabenbetreuung

·          Nachhilfeunterricht

·          Qualifikationsangebote (Nähkurse / Patchwork) 

Aktuelle Sportangebote

Sportangebote_2011.pdf

205 K

Ansprechpartner

 

Sportkreis Heidelberg e.V.
Integrationsbeauftragter

Tel.: 06221 - 72 06 34 (Mo. und Mi.: 10:00-14:00 Uhr)
Fax:  06221 - 72 09 00
Mobil: 0176 215 46 925
E-Mail: hamdi_galal(at)hotmail.com