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03.12.2009 14:03

Projekt „Integration durch Dialog und Bewegung“ – Sportkreis hilft kulturelle Schranken zu überwinden

Ein neues Projekt für eine bessere Integration von Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund, insbesondere aus moslemischen Ländern wurde vom Sportkreis Heidelberg in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband ins Leben gerufen.


Seit dem 1. September 2009 wird dieses einmalige Projekt über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge aus dem Haushalt des Bundesinnenministeriums gefördert.

Um eine umfassende gesellschaftliche Integration der Zielgruppe (Kinder und Jugendliche zwischen 3 und 16 Jahre und Frauen und Mädchen zwischen 14 und 60 Jahre) zu erreichen, sind an die Sportangebote verschiedene andere Bildungsangebote, Begegnungsmöglichkeiten und Unterstützungsleistungen gekoppelt. Dabei nimmt die sprachliche und soziale Förderung, die als grundlegende Voraussetzung für eine erfolgreiche Eingliederung in die Gesellschaft gesehen wird, eine entscheidende Rolle ein. Bei der Auswahl der Sportangebote werden sozial-kulturelle Hintergründe und eventuelle Einschränkungen aus den Herkunftsländern berücksichtigt. Der Schwerpunkt liegt auf allgemeinen gesundheitspräventiven Angeboten. Solche allgemeinen Angebote sprechen aus der Erfahrung beider Organisationen viele Frauen und Mädchen an und stehen in der Regel nicht im Widerspruch zu kulturellen, religiösen oder familiären Normen und Vorstellungen. Ein weiterer Ansatz des Projekts sind zahlreiche Angebote für Kinder und Jugendliche, um auch hier einen Beitrag zur Integration zu leisten.

Das Projekt bindet dabei gezielt verschiedene Gruppen und Institutionen ein, um das Wissen um die jeweiligen kulturellen Hintergründe zu bündeln und um gemeinsame Rahmenbedingungen und Inhalte zu definieren, die eine umfassende Integration von Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund fördern. Durch die Vernetzung kann der Zugang zu Mädchen und Frauen aus verschiedenen Herkunftsländern und Kulturen geschaffen werden. Über den Caritasverband und das Internationale Frauen- und Familienzentrum konnte der Kreis der Teilnehmerinnen von vorwiegend moslemischem Frauen und Spätaussiedlerinnen auf Teilnehmerinnen aus der ganzen Welt erweitert werden, so z.B. aus der Türkei, Ägypten, Jordanien, Syrien, Palästina, Marokko, Eritrea, Albanien, Kosovo, Georgien, Russland, Ukraine, Kasachstan, etc. Über die Sportvereine konnten aber auch deutsche Frauen in das Projekt eingebunden werden.

Durch die unterschiedlichen Erfahrungen und Kompetenzen der beteiligten Organisationen können die Sportangebote mit weiteren Bildungsinhalten verknüpft werden. Über das Projekt bekommen die Teilnehmerinnen zudem einen Einblick in die verschiedenen sozialen Unterstützungsleistungen, die von den beteiligten Institutionen angeboten werden (Ehe- und Familienberatung, Gesundheitsberatung, Beratung zu Kindergarten, Schule, Ausbildung, Schwangerschaftskonfliktberatung, etc.) Gemeinsam im Netzwerk wurden vor Projektbeginn spezifische Rahmenbedingungen ermittelt und definiert, die den Erfolg des Projekts langfristig sichern sollen. Langfristiges Ziel ist es, die Teilnehmerinnen an die festen Strukturen der Sportvereinen und der anderen beteiligten Institutionen zu binden und somit in das gesellschaftliche Leben zu integrieren.

 

Kooperationsvereine:

- Freier Turn- und Sportverein 1907 e.V. Heidelberg-Kirchheim (FTK)

- Budo-Club 2000 e.V. Heidelberg-Emmertsgrund/Boxberg (BC)

- Heidelberger Turnverein 1846 e.V. (HTV)

 

Projektangebote:

- Aerobik/Damengymnastik

- Radfahren lernen                 

- Schwimmen lernen

- Aqua-Fitness                      

- Familienberatungsangebote 

- Selbstbehauptungsseminare

- Sprachkurse/Konversationskurse

- Frauen-Begegnungstage

- Hausaufgabenbetreuung      

- Nachhilfeunterricht

- Bewegungs- und Spielangebote für Kinder

 

Projektleiter:

Dr. Hamdi Galal El-Din

Integrationsbeauftragter
Sportkreis Heidelberg e.V.
Harbigweg 5, 69124 Heidelberg
Tel.: 06221 - 32 60 815 
Fax: 06221 - 16 12 84