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Fair-Trade-Bälle für Sportvereine

Jeder will ein faires Spiel. Doch wieso nicht auch ein fair gehandeltes Spielgerät? Sportwarenhersteller in Deutschland haben meist auch „Fair Trade“ - Bälle in ihrem Sortiment. Doch woher kommt der Ball eigentlich? Die meisten Fußballfans sind sich nicht bewusst, wie das Spielgerät ihrer Sportart hergestellt wird. Ausschließlich Frauen nähen Fußbälle verschiedenster Marken unter schlechtesten Arbeitsbedingungen - bezahlt werden sie nach Stück. Der durchschnittliche Arbeiter verdient am Tag 29 Cent. Zum Überleben müssen ihre Kinder mitarbeiten - Wochenenden gibt es nicht.

Wer etwas gegen diese unmenschlichen Bedingungen tun möchte, kann aber handeln und zwar durch sein Kaufverhalten. „Fair Trade“ – Bälle sollen die Ballsportbegeisterten auf die Hintergründe der Fußballproduktion aufmerksam machen: In Pakistan werden ca. 90% aller weltweit produzierten Fußbälle hergestellt. Durch den Kauf eines fair gehandelten Balles erhält der Kunde einen erstklassigen Fußball und verhilft gleichzeitig Näherinnen in Pakistan zu einem gerechteren Lohn. Der Erlös der verkauften Bälle wird außerdem in bessere Arbeitsbedingungen, Sozialdienstleistungen und ärztliche Betreuung investiert. Die Fußballmarke Derbystar hat beispielsweise solche „Fair-Trade Bälle“ in ihrem Angebot. Seit mehreren Jahren engagiert sie sich für kleine Nähbetriebe in Pakistan. Sogar Bundesliga Vereine wurden schon mit Spielbällen von Derbster ausgestattet. Auch Sportgeschäfte in unserer Region unterstützen diese Aktion: Sport Hambrecht in Sandhausen und Niebel KG in Heidelberg führen diese „Fair Trade“ – Fußbälle von Derbystar.

Die Problematik bei der Verbreitung dieser Bällen, liegt oft darin, dass viele Vereine nicht wissen, dass es sie überhaupt gibt. Aus diesem Grund versucht der Sportkreis Heidelberg im Rahmen seines Projektes „Sport-Umwelt-Teams“, das er gemeinsam mit dem Agenda-Büro der Stadt Heidelberg durchführt, auf dieses Thema aufmerksam zu machen. Bei diesem Projekt haben sich mehrere Heidelberger Vereine zusammengeschlossen, um sich gemeinsam für die Umwelt und faire Handelsbedingungen zu engagieren. Als Ziel für das kommende Jahr hat sich der Sportkreis gesetzt, möglichst jedem Fußballverein des Fußballkreises Heidelberg einen fair gehandelten Ball zur Verfügung stellen zu können, mit dem am Spieltag gespielt werden soll. Dazu sollen alle Vereine kontaktiert und umfangreich informiert werden. Der Sportkreis Heidelberg hofft auf viele interessierte Vereine, welche sich eine Kooperation vorstellen können, denn jedem Fußballfan sollte bewusst sein, dass die Fairness nicht erst beim Anstoß, sondern schon bei der Wahl des Spielgeräts beginnt. (Text: Tillmann Bauer)