Ein Leben für den Turnsport - Bruno Becker ist im Alter von 91 Jahren verstorben

„Man trägt ein göttliches Gefühl in der Brust, sobald man erst weiß, dass man etwas kann, wenn man nur will.“ Dieses Zitat von Turnvater Jahn war Bruno Beckers Lebensmotto und so stand sein gesamtes Leben im Dienste und im Zeichen des Turnsports.

Im 2. Weltkrieg schwer verwundet, musste er seine eigene Turnkarriere früh aufgeben, aber die Liebe zu diesem Sport blieb ungebrochen. So wurde Bruno Becker schon in jungen Jahren zu einem herausragenden Trainer und Funktionär im Heidelberger Turnsport.

Bei seinem Heidelberger Turnverein 1846 e.V., in den er bereits 1935 eintrat, bildete er als Trainer über Jahrzehnte unzählige junge Turnerinnen und Turner aus. Viele dieser jungen Sportler wurden später selbst zu erfolgreichen Trainern und Funktionären im HTV.

Für Bruno Becker war Turnen stets mehr als Training und Wettkampf. Freundschaft und Kameradschaft waren ihm immer ebenso wichtig und so begründete er Turnfreundschaften über die Landesgrenzen hinweg und organisierte Reisen zu Turnfesten in der ganzen Republik. Bis heute fahren die jungen HTV-Turner in den Sommerferien für Trainingslager und Freizeit nach Annweiler in der Pfalz – auch diese Tradition wurde 1963 von Bruno Becker begründet.

Aber Bruno Beckers Herz schlug nicht nur für das Turnen, sondern für den Sport im Allgemeinen und so geht die Entwicklung seines Heidelberger Turnvereins hin zu einem Mehrspartenverein zu großen Teilen auf sein Engagement zurück. Leichtathletik, Badminton, Federball und Volleyball werden beim HTV bis heute mit Erfolg und Freude gespielt.

Neben dem Breitensport förderte Bruno Becker auch die Entwicklung des Leistungsturnens in Heidelberg. In seiner Funktion als sportpädagogischer Berater der Stadt Heidelberg initiierte er den Bau des Turnzentrums in Kirchheim und die Gründung der Kunstturngemeinschaft Heidelberg.

Vom Eltern-Kind-Turnen bis zur Bundesliga – das Turnen war Bruno Beckers Leben und so wurde er im Jahr 1985 auch mit dem Bundesverdienstkreuz für sein Lebenswerk geehrt.

Bruno Becker hinterlässt seine Frau Waltraud, die ihm bei seinem Wirken im Sport stets zur Seite stand, und seine Söhne Klaus und Rolf. Der HTV und die KTG Heidelberg verlieren in Bruno Becker ihre große sportliche Vaterfigur. Die Liste seiner Leistungen könnte ewig weitergeführt werden und so bleibt in der Heidelberger Turnerschaft eine große Lücke. (Text: Tim Posawatz)