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Gedanken von Gerhard Schäfer zum Sportjahr 2018

„Die Zukunft hat viele Namen: Für die Schwachen ist sie das Unerreichbare. Für die Furchtsamen ist sie das Unbekannte. Für die Tapferen ist sie die Chance.“

Der französische Schriftsteller Viktor Hugo beschreibt damit vor nahezu 200 Jahren seine Erfahrungen mit der Welt. Und heute? Wie lief 2017 aus Sicht des Sportkreises Heidelberg und was soll die „Zukunft“, in diesem Fall das Jahr 2018, bringen? Auf Sportkreisebene gab es einige herausragende Veranstaltungen: Das „Schaufenster des Sports“ wurde erstmals auf der neuen „Alla-Hopp“-Anlage im Sportzentrum Süd durchgeführt, wobei die dort angesiedelten Vereine einbezogen werden konnten. Im Vorfeld wurde über das Thema „Sicherheit bei einer Großveranstaltung“ diskutiert. Es stellte sich heraus, dass hier die Aussage des Philosophen und Mundartdichters Anton Neuhäusler zutrifft: “Es gibt keine Sicherheit, nur verschiedene Grade der Unsicherheit.“ Bei heißem Wetter und überschaubarer Besucherresonanz ging die Veranstaltung dann aber problemlos über die Bühne. Im Sommer 2019 soll dieses Breitensportereignis wieder auf der Neckarwiese stattfinden. Angedacht ist in Zukunft der zweijährige Rhythmus, abwechselnd auf den beiden Anlagen

Gerhard Schäfer (Vorsitzender Sportkreis Heidelberg)

Heidelberger Schulen und Vereine erhalten eine neue Heimat für ihren Sport: Der Gemeinderat hat dem Bau der neuen Großsporthalle auf der Konversionsfläche Patton Barracks im Stadtteil Kirchheim zugestimmt. Das ist – um in der Sportsprache zu bleiben – ein großer Wurf für Heidelberg. Das breite „Bündnis für Sport“ mit Vertretern aus fast allen Gemeinderatsfraktionen hatte im Vorfeld so gute Arbeit geleistet, dass eine große Mehrheit dem Bau zustimmte.

Im Bereich der Sportregion Rhein-Neckar gab es Metropol-Cup-Events im Fußball-B-Junioren-Alter in Worms und in Rauenberg mit dem hochwertigen SAP-Frauen-Cup. Die Handballjugend hatte zum zweiten Mal in Wiesloch die Gelegenheit, sich über die lokalen Grenzen hinaus zu messen. Das Einlagespiel der Wieslocher „Wiesel“ griff die Thematik der Inklusion auf.

Dieses Thema und die Frage der Integration standen auch auf der Tagesordnung des Sportausschusses im Rhein-Neckar-Kreis. Man darf gespannt sein, ob bei der „Anschlussunterbringung“ der Asylanten und Flüchtlinge in den Kommunen unsere Sportvereine bereit und in der Lage sind, sich so um die Gäste zu kümmern, dass sie bald heimisch werden. Vielleicht bewirkt der Umgang mit unseren “Gästen“ die Rückbesinnung auf Gemeinsinn und einen Rückgang von in unseren Zeiten ausuferndem Individualismus.

Vor 25 Jahren wurde der Partnerschaftsvertrag zwischen Heidelberg und dem südjapanischen Kumamoto unterschrieben. In einer kleinen Dokumentation belegte der Sportkreis, dass es bis heute regelmäßige Sportbegegnungen zwischen den beiden Partnerstädten gibt.

Nicht von ungefähr wurden im Rahmen des „Heidelberger Herbstes“ das 25-jährige Jubiläum gefeiert, aber auch eine neue Partnerschaft mit Palo Alto (50 km südlich von San Francisco) aus der Taufe gehoben. Zukünftig wird es dorthin ebenfalls Sportkontakte vor allem im Jugendbereich geben.

Geradezu selbstverständlich laufen auf Rhein-Neckar-Kreisebene die Sportaustauschprogramme mit der französischen Region um Vichy und dem schwedischen Östergötland.

Der Besuch von William und Catherine, Prinz und Herzogin von Heidelbergs Partnerstadt Cambridge, in Heidelberg, brachte weltweites Interesse. An der Alten Brücke stiegen William und Catherine in zwei Ruderboote – assistiert von Ruder-Olympiasieger Filip Adamski Mitglied. In den Booten saßen Ruderer aus den Heidelberger Rudervereinen HRK und RGH und jeweils vier Ruderinnen aus Cambridge. William und Catherine nahmen als Steuermann bzw. -frau in den Booten Platz. Ein Glanzlicht für Heidelberg und die Region.

Wie sehen die sportlichen Perspektiven für 2018 aus?

Neben den Sportlerehrungen im Rhein-Neckar-Kreis und der Stadt Heidelberg sollen unter der Regie des Sportkreises wieder zahlreiche Projekte und Maßnahmen wie das „Heidelberger Familien-Radeln“, und die „Heidelberger Familien-Fußball-WM“ über die Bühne gehen. Ebenso ist erneut der „Heidelberger Familiensporttag“ im Tiergartenschwimmbad geplant. Neben den etablierten Projekten für Schulen, wie etwa „Erlebnis Waldsport“ und „Kraxel Kracks“, ist das „Schulfest Sportabzeichen“ hervorzuheben, an dem mittlerweile 15 Heidelberger Grundschulen teilnehmen.

Die Planung für das „Haus des Sports“ an der Speyerer Schnauz nimmt konkrete Formen an. In enger Abstimmung mit der Stadtverwaltung Heidelberg und vorbehaltlich der Zustimmung des Gemeinderats soll der Polizeisportverein Heidelberg das Gebäude sanieren und seinen Kampfsportlern zur Verfügung stellen. Als Hauptmieter werden der Sportkreis und die Sportjugend Heidelberg mit drei Hauptamtlichen und fünf jungen Menschen, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren, wesentlich mehr Platz haben als bisher.

Ein sehr erfreuliches Thema ist die Übungsleiterbezuschussung in Baden-Württemberg, die von 360 auf bis zu 500 Euro im Jahr angehoben wurde. Ein ebenso wichtiges Signal ist die Anerkennung von lizenzierten Führungskräften im Verein (Vereinsmanager) und von Jugendleitern, die gleichfalls mit 400 Euro Anerkennung finden. Es ist äußerst begrüßenswert, dass sowohl die Stadt Heidelberg als auch der Rhein-Neckar-Kreis dieses Signal aufgenommen und in ihren Förderrichtlinien berücksichtigt haben.

Zum Schluss sei allen Menschen, die in organisatorischen oder sportlichen Bereichen Aufgaben übernommen haben oder übernehmen, an dieser Stelle ein herzlicher Dank ausgesprochen, besonders denjenigen, die für den Sportkreis und in seinen über 410 Vereinen engagiert sind, verbunden mit dem Wunsch für ein erfolgreiches und gesundes Jahr 2018.

 

Gerhard Schäfer (Sportkreisvorsitzender)