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Bundesverdienstkreuz für Klaus Bähr – hohe Auszeichnung als Lohn für sein Engagement in Sachen Sport, Politik und Jugend

"Wenn’s einer verdient hat, dann der Klaus Bähr." So zitierte Gerhard Mengesdorf, Präsident des Badischen Turnerbunds, aus Gesprächen, in denen die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande an Bähr Thema war. Dieser Satz sei am häufigsten geäußert worden. Und so heftete Landwirtschaftsminister Peter Hauk am Freitagabend Bähr im Martin-Luther-Haus den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ans Revers. Es folgte ein langer Applaus, zu dem die Gäste aufgestanden waren.

Am Ende dankte Bähr für die "große Ehre", die ihm zuteil wurde. Die Würdigung seines Engagements interpretierte er als Anerkennung der Verdienste seiner Mitstreiter, denn ohne diese hätte er das alles gar nicht bewältigen können. Etwas erreicht zu haben, das mache auch stolz und zufrieden. Der 74-Jährige dankte daher allen, die ihn dabei unterstützten. Zuallererst seiner Frau Elke für ihren Rückhalt und ihr Verständnis.

Verständnis musste Elke Bähr wahrlich reichlich aufbringen. Das vielfältige Engagement ihres Mannes mündete in zahlreichen Kontakten. Das spiegelte sich wider in der langen Liste der durch Bürgermeister Hans Lorenz zu begrüßenden Gäste. Das zeigte sich in der Laudatio von Minister Hauk für den ehemaligen Lehrer an der Gerbersruhschule in Wiesloch. Und das fand sich in den Grußworten aus Sport und Politik wieder.

Sport und Jugend liegen dem engagierten Sozialdemokraten seit Jahrzehnten am Herzen. Bähr ist seit bald 50 Jahren SPD-Mitglied. Mehr als 30 Jahre lang gestaltete er als Gemeinderat für seine Partei die Kommunalpolitik in Dossenheim mit. Er war Bürgermeisterstellvertreter. Er war Kreisrat. Der Turn- und Sportgemeinde Germania gehört er seit weit über 50 Jahren an. Vom Übungsleiter Turnen bis zum Präsidenten des mitgliederstärksten Vereins der Gemeinde und heutigen Ehrenpräsidenten hat er die verschiedensten Ämter ausgeübt. Mit rund 3000 Mitgliedern zählt die TSG heute zu den großen Sportvereinen in der Metropolregion Rhein-Neckar.

Damit nicht genug. Der Name Klaus Bähr ist weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt. Er engagierte sich früh im Kreisjugendring und organisierte internationale Austauschprogramme mit Schweden und Frankreich. So waren auch Vertreter aus Vichy zur Ehrung gekommen. Bähr setzt sich für die enge Zusammenarbeit zwischen Schulen und Vereinen ein. Er ist und war Mitglied in diversen Ausschüssen. Er ist Kenner der Finanzierungsmöglichkeiten im Sportstättenbau. Noch heute ist das Ehrenmitglied im Turngau Heidelberg als Gauturnrat für die Finanzen zuständig.

Sein von Ausdauer getragenes ehrenamtliches Engagement - verbunden mit der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen - bildet sich in einer ungeheuren Ämtervielfalt ab und zeichnet den heute 74-Jährigen aus. Das wurde bei den vielen Grußworten deutlich. Hans Werner, der Dezernent für Verwaltung und Schulen beim Rhein-Neckar-Kreis, würdigte Bährs Wirken gleichermaßen wie Gerhard Schäfer, der Vizepräsident des Badischen Sportbundes, der badische Turnerbundchef Mengesdorf genauso wie Wolfgang Winter, der Präsident der TSG Germania. Auch Peter Denger fehlte nicht im Kreis der Laudatoren: Der frühere Bürgermeister von Dossenheim sprach auch für für den SPD-Ortsverein.

Noch etwas kommt hinzu: Rücksichtsloser Aktionismus ist nicht die Sache von Bähr. Die Redner beschrieben den "wahren Staatsbürger" als "Mann des Ausgleichs", "Teamplayer", "hilfsbereiten Ansprechpartner" und "Vorbild". Mit Eigenschaften wie Pflichtbewusstsein, Sorgfalt, Toleranz und Bescheidenheit ausgestattet sei er ein höchst angenehmer Zeitgenosse, eine Ausnahmepersönlichkeit.

Der Musikverein und die TSG Germania gestalten das Rahmenprogramm der Feierstunde im Martin-Luther-Haus.

 Doris Weber (RNZ)