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„Face to Face“ – Sportpaten unterstützen Kinder und Jugendliche

„Face to Face“ ist ein Projekt, welches schon seit einigen Jahren vom Sportkreis Heidelberg organisiert wird. Bei dieser Konzeption wird sozialbenachteiligten Kindern ein Pate zur Seite gestellt, der versucht das Kind vor allem durch den Sport besser zu integrieren und in seiner Entwicklung zu fördern, so wie seine Persönlichkeit und sein Selbstbewusstsein nachhaltig für die Zukunft zu stärken.

Oftmals fällt es den Kindern alleine sehr schwer die passende Sportart zu finden oder sich einem Verein anzuschließen. Auf Grund dessen probieren die Sportpaten mit ihren Kindern verschiedene Sportarten aus, wodurch die Kinder ihre eigenen Talente schneller entdecken und gleichzeitig eine Bindung zu ihrem Paten aufbauen. Dadurch entwickelt sich das Kind nicht nur auf der motorisch-sportlichen Ebene weiter, sondern auch die zwischenmenschlich-soziale Ebene wird gestärkt.

Aktuell existieren vier dieser Patenschaften. Die Paten verpflichten sich mindestens ein Jahr für ihr Patenkind da zu sein. Nur über diesen langfristigen Zeitraum ergibt diese „Beziehungsarbeit“ pädagogisch Sinn. Die Paten sind derzeit Annika Rack, Kai Barth, Daniela Pfeuti und Christopher Heidt. Die Vielfalt der Patenschaften wird nun an einigen Beispielen kurz dargestellt: Kai geht mit seinem Patenkind L. einmal die Woche in die Kletterhalle. Durch das gemeinsame Klettern und Bouldern fasste L. schnell vertrauen zu Kai und baute so eine engere Beziehung zu seinem Paten auf. Außerdem verbesserte sich L.s Ehrgeiz und der Umgang mit Frustration, wenn beispielsweise die  Kletterroute nicht auf Anhieb klappte. Insgesamt entwickelte L. eine Zielstrebigkeit, die sich nun auch auf andere Bereiche seines Alltags auswirkt.

Christopher ging zunächst auch mit seinem Patenkind J. in die Kletterhalle zum Bouldern. Das Klettern machte J. viel Spaß, wird aber für Kinder in seinem Alter leider nicht in einem Verein angeboten. Da J. ein sehr sportliches Kind ist, suchte Christopher zusammen mit ihm nach einem passenden Verein. Es stellte sich heraus, dass J. viel Spaß an der Leichtathletik hat. Daraufhin sorgte Christopher dafür, dass er das Training bei einem benachbarten Verein besuchte und sich dort auf die Disziplin 800 Meter Lauf spezialisierte, worin er schon nach kurzer Zeit, bei einigen Wettkämpfen, Medaillen holte. Rückblickend gesehen half die gemeinsame Zeit mit seinem Paten J. dabei eine stärkere Persönlichkeit aufzubauen und sich besser in Gruppen zu integrieren.

Annikas Patenkind A. ist sehbehindert. Durch gemeinsame Radtouren baute er allerdings schnell eine Bindung zu Annika auf. Außerdem trafen sich beide wöchentlich zum Schwimmen, wo A. große Verbesserungen erzielte. Mittlerweile stellt er jede Woche einen neuen Bahnrekord auf. Des weiteren entdeckte er seine Leidenschaft für das Tauchen, weswegen er am Ende jeder Schwimmstunde meist selbst ausgedachte Tauchspiele mit Annika spielt.

Daniela’s Patenschaft mit D. begann erst vor kurzem. Auch sie besucht mit ihrem Patenkind zusammen das Schwimmbad und versucht so zunächst Vertrauen zu ihm aufzubauen.

Aus diesen kurzen Berichten zeigt sich, dass bei dem Projekt „Face to Face" nicht die Leistung, sondern die Integration und die Steigerung der Affinität zum Sporttreiben im Vordergrund steht. Ziel des Sportkreises ist es, die Paten weiterhin bei ihrer Arbeit zu unterstützen und neue Patenschaften zu installieren. Hierbei hilft ihnen auch das regelmäßige Treffen mit einem, vom Sportkreis eingesetzten Psychologen, der sie bei Fragen und Problem jeder Zeit unterstützt.