Sie sind hier: Über uns > Sportkreis-Nachrichten > 

Sportkreis erfolgreich beim Präventionspreis 2015 mit dem Netzwerkprojekt „Sport für Vielfalt“

Wir erlauben uns an dieser Stelle die Laudation von Frau Isabel Arendt anlässlich der Preisverleihung zu veröffentlichen: "Das diesjährige Motto des Heidelberger Präventionspreises „Teamarbeit Prävention“ möchte erfolgreiche Teamarbeit und deren wirksamen präventiven Charakter in den Fokus des Interesses unserer Preisverleihung stellen. Erfolgreiche Teamarbeit wird von einer gemeinsamen Vision, guter Organisation, gemeinsamer Verantwortung, einer klaren Rollenverteilung, respektvoller Arbeitsatmosphäre und einem wachen Blick über den Tellerrand getragen.

(v.l.hinten: Peter Moskob. Benedikt Bechtel (Caritasverband Heidelberg), Mehari Kiflu, Marc Frick (FG Rohrbach), Martino Carbotti (Sportkreis Heidelberg), Murat Yulafci (Mosaik Kirche f. Heidelberg), Isabel Arendt (Jurymitglied); unten: Sabrina Schider, Fiona Eckert (Sportkreis Heidelberg)

Prävention durch Integration, durch ein zielgruppenorientiertes, immer den gesellschaftlichen Erfordernissen und dem zeitlichen Wandel angepasste Aktionen und Projekte, die Menschen im gemeinsamen Tun zusammenbringen, gewinnt immer mehr an Relevanz. 

Die Integrationsaufgaben unserer Gesellschaft sind durch die große Zahl an Menschen auf der Flucht drängender und noch bedeutsamer für uns alle. Nur wenn wir diese Aufgabe gut, rasch und gemeinsam lösen, wird das Modell unserer freiheitlichen Gesellschaft das wir alle überzeugt, gerne und erfolgreich leben von anderen Menschen als wertvoll und erstrebenswert anerkannt und so auch zu ihrem eigenen Lebensmodell gemacht. 

Sehr viele der in Kürze genannten Aspekte und Themen hat der heutige Preisträger des dritten Preises bereits seit Jahren mit seinem niederschwelligen, gut vernetzten und zielgruppenorientierten Angebot auf seiner Agenda: Das eingereichte Projekt „Sport für Vielfalt“ nimmt diese gesellschaftliche Aufgabe an und bietet derzeit ca. 100 Flüchtlingen nach einem Auftakt Event ein regelmäßiges sportliches Angebot einmal pro Woche. Im Team mit Mosaik-Kirche für Heidelberg, der SG Kirchheim, FG Rohrbach, dem Caritasverband Heidelberg, Asylarbeitskreis Heidelberg, Sicheres Heidelberg und der Stadt Heidelberg gelingt es Menschen aus anderen Kulturen, Gesellschaften und Ländern über die Begeisterung für sportliche Betätigung mit unserer Gesellschaft zu verbinden. 

Der Sportkreis Heidelberg ist wegen seines Engagements im Sport, mit einem sehr nachgefragten niederschwelligen sportlichen Angebot in der Fläche schon seit Jahren im Portfolio des Vereins Sicheres Heidelberg. Immer wieder wurden Projekte wie: 

  • Jugend-Sport-Treffs in den Stadtteilen
  • Straßenfußball für Toleranz
  • Down Town Sports in der Heidelberger Altstadt
  • Up Town Sports in den Stadtteilen Boxberg und Emmertsgrund
  • Kraxel Cracks
  • Face to Face (Sportpatenschaften) 

mit einer finanziellen Unterstützung gefördert. 

Die Projekte des Sportkreises in Vernetzung mit weiteren Partnern erreichten in den vergangenen 13 Jahren viele Schülerinnen und Schüler, junge und ältere Erwachsene und konnten so präventiv sowie nachhaltig wirken. In vielen Fällen wurden Menschen dauerhaft für sportliches Engagement im Sinne persönlicher Fitness aber auch im Sinne von Engagement für einen Verein gewonnen. Den Verantwortlichen des Sportkreises gelang es bereits 2010 mit ihrem Projekt „Kick Dich schlau“ hier auf dem Treppchen zu stehen. 

Nun aber zum aktuellen Projekt und Preisträger der Bronzemedaille „Sport für Vielfalt“ der wie immer mit 250 € dotiert ist:  Sport verbindet und ist das wohl beliebteste Medium um kulturelle und sprachliche Barrieren möglichst schnell zu überwinden. Damit Flüchtlinge in Heidelberg das breitgefächerte Sportangebot kennen lernen und die Möglichkeit bekommen. sich körperlich fit zu halten, so wie sich sozial zu integrieren, wurde das Projekt „Sport für Vielfalt“ ins Leben gerufen. 

Ein Baustein war eine „Kickoff“-Veranstaltung bei der sich im Heidelberger Sportzentrum Süd mehrere Heidelberger Sportvereine mit Mitmachangeboten präsentierten. Die Flüchtlinge konnten verschiedene Sportarten ausprobieren, Vereinsmitglieder kennen lernen und sich so unter Umständen einem Sportverein anschließen. Ein weiterer Baustein ist ein regelmäßiges wöchentliches Sportangebot für die Flüchtlinge. Hierbei gibt es für drei verschiedene Zielgruppen im Heidelberger Sportzentrum Süd jeweils dienstags von 15.00 bis 17.00 Uhr als ein kostenloses Programm: 

Kinder lernen mit Unterstützung der Ballschule des Instituts für Sport und Sportwissenschaft verschiedene Ballsportarten kennen, beispielsweise Volleyball, Badminton, Fußball, Hockey und Basketball. An jüngere Kinder richtet sich das Ballsport-ABC, das spielerische Elemente wie „Bälle balancieren“ enthält. 

Für Frauen gibt es ein flexibles Angebot der SG Kirchheim, das sich am Bedarf der Sportlerinnen orientiert: Aerobic und Zumba sind ebenso möglich wie Selbstverteidigungskurse und andere Sportarten. Auch Heidelbergerinnen sind zur Teilnahme herzlich eingeladen. 

Männer können sich in einer „Welt-Liga“ miteinander messen: An insgesamt acht Spieltagen treten Fußballmannschaften mit Spielern, beispielsweise aus Afghanistan, Nigeria, Syrien und anderen Heimatländern der Flüchtlinge, gegeneinander an. In jeder Mannschaft spielen auch Studierende aus Heidelberg, die den Flüchtlingen das Sportvereinsleben näher bringen. Organisiert wird das Turnier von SG Kirchheim und FG Rohrbach. 

Wichtig ist, dass bei allen Projekten und Aktionen, das Miteinander von Flüchtlingen und einheimischen Menschen zentral ist. Die Projektkoordinatoren sind hier der festen Überzeugung, dass nur im interkulturellen Austausch die Chance zur Integration besteht. Im Team sind Menschen effektiver als vereinzelte Genies, die vielfach ausschließlich eigene Interessen verfolgen. Regelwerke des Sports sind über Grenzen hinweg gültig und genießen hohe Akzeptanz. Reale Teams sind weitaus wirksamer als virtuelle Teams, weil reale Verbundenheit die gemeinsame Zielsetzung besser befördert. In gut funktionierenden Teams ist eine strikte Hierarchie nicht wichtig, jedoch ein konstruktiver Umgang mit Konflikten und ein ehrliches Feedback sind dringend notwendig. 

Und bei allem: Sport macht Freude und es macht Spaß, gemeinsame Erfolge zu feiern. Deshalb bitte ich stellvertretend für die Mitglieder des Sportkreises Heidelberg und die stattliche Anzahl an Netzwerkpartnern Herrn Martino Carbotti nach vorne. 

Herzlichen Glückwunsch und weiterhin viel Erfolg bei künftig innovativen und nachhaltig wirksamen Präventionsprojekten im Team."