Sie sind hier: Über uns > Sportkreis-Nachrichten > 

Wo Schäfer ist, ist Sport - Sportkreis-Vorsitzender Gerhard Schäfer wurde 70

Von Claus-Peter Bach/ RNZ vom 8. August 2017. Wenn Gerhard Schäfer zum Mikrofon greift – das tut er oft, gerne und ohne Lampenfieber –, dann lohnt es sich, die Ohren zu spitzen. Dann geht es um Bildung durch Sport, lebenslanges Lernen, Fairness im sportlichen Alltag, das Zusammenleben nach christlichen Werten und um Völkerverständigung. Das sind Themen, die auch andere gerne im Munde führen, die aber lange nicht so glaubwürdig sind wie das Vorstandsmitglied des Landessportverbandes Baden-Württemberg (LSV/seit 2007), der Vizepräsident für Bildung und Qualifizierung des Badischen Sportbundes Nord (BSB/seit 2001) und Vorsitzende des Sportkreises Heidelberg (seit 1995) als Nachfolger der unvergessenen Willi Kuhnle (†) und Professor Heinz Brehm (†).

Gerhard Schäfer, der mit dem Sport die Welt bereist und ein Faible für das Leben in Frankreich entwickelt hat, hat die Volksschule in Peterstal über der damals noch eigenständigen Gemeinde Ziegelhausen besucht, am anspruchsvollen Kurfürst-Friedrich-Gymnasium Heidelberg das Abitur geschafft, die Bundeswehr als friedfertiger Leutnant der Reserve verlassen und an der Universität Würzburg ein Studium der Katholischen Religionslehre und der Sportwissenschaften absolviert. Von 1975 bis zum Eintritt in den beruflichen Ruhestand als Oberstudienrat lehrte er diese moralbildenden Fächer am Bunsengymnasium in Neuenheim – seine religiösen Überzeugungen hat er niemandem aufgezwungen, im Sport hat er viele junge Menschen begeistert und zum lebenslangen Sporttreiben animiert. Nicht zufällig werden in Heidelberg viele ältere Sportler geehrt, wenn sie vielfach das Goldene Sportabzeichen erworben haben, was nicht mit Geld, sondern nur mit regelmäßigem, fleißigem Training möglich ist.

Gerhard Schäfer war Fußballer in der TSG Ziegelhausen und bekennt offen, manchem Gegner ganz unchristlich ans Schienbein getreten zu haben. Seit er Jugendleiter der DJK/FC Ziegelhausen-Peterstal war, ist ihm rüdes Verhalten fremd. Er überzeugte seine Freunde und Widersacher als stellvertretender Sportkreis-Jugendleiter (1981 bis 1995) und Vorsitzender des Stadtjugendrings in bewegter Zeit (1987 bis 1995) durch gute Argumente. Ob die schwule Jugend Heidelbergs auch das städtische Haus am Harbigweg mitnutzen dürfe, wurde damals allen Ernstes öffentlich diskutiert. Schäfer fand: Ein Mensch ist ein Mensch, also wurde das genehmigt.

Als Vorsitzender hat Gerhard Schäfer, seit 1990 auch sachverständiger Bürger im Sportausschuss der Stadt und Mitautor des Sportförderungsprogramms, den Sportkreis Heidelberg zu einer modernen Dienstleistungsorganisation entwickelt, die nicht nur Ratgeber für die Vereine der Stadt und des Rhein-Neckar-Kreises und für die Fachkreise der vielen verschiedenen Sportarten ist, sondern auch konkrete Hilfen leistet. Die neun hauptberuflichen Sportkreis-Mitarbeiter, unter ihnen fünf nette FSJ-Kräfte, gehen sogar in die Vereine, wenn es darum geht, den Sport in den Schulen auszubauen, das Ferienpass-Programm durchzuführen oder neue Konzepte der Vereinsführung anzuschieben.

Mit Gerhard Bühler, Karl Lachat und dem früheren Sportamtsleiter Walter Ochs hat Gerhard Schäfer die Sportpartnerschaften mit Cambridge, Montpellier, Rehovat, Kumamoto, Linköping und Simferopol aufgebaut und mit Leben erfüllt. Dabei hat er viele Freunde gefunden, dafür hat er zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Die Stauffermedaille des Landes Baden-Württemberg bekam er für seine friedensstiftende Arbeit.

Heute wird Gerhard Schäfer bei bester Gesundheit und voller Tatkraft 70 Jahre alt. Durch den Sport, die Fastnacht und das Witzerzählen ist er jung „und fit“ geblieben, wie seine ihn stets unterstützende Ehefrau Adelheid augenzwinkernd gerne bestätigt.