"Sport meets PHV": „Sport ist wichtig für eine internationale weltoffene Wissenschaftsstadt“

Das „Bündnis für den Sport“, in dem sich vor einigen Jahren sportfreundliche Stadträtinnen und Stadträte, Funktionäre des Sportkreises und der Fachverbände und rege Vereinsvorsitzende zusammengeschlossen haben, hat seine Besorgnis schon am 13. Februar mit einem Brief an Oberbürgermeister Eckart Würzner zum Ausdruck gebracht: „Wir haben größte Bedenken, dass sich die Fehler der Bahnstadt, bei der keine ausreichenden Sportflächen eingeplant wurden, wiederholen“, heißt es mit Bezug auf den Masterplan für die Erschließung des neuen Stadtteils Patrick Henry Village, und weiter ist zu lesen: „Leider haben wir auch hier wieder den Eindruck, wie schon beim Masterplan Neuenheimer Feld, dass dem Sport nicht der Stellenwert zugesprochen wird, den er aufgrund seines gesellschaftlichen Nutzens verdient.“

Nun hat der Sportkreis Heidelberg die Initiative ergriffen und den Oberbürgermeister, etliche Amtsleiter und viele Vereinsvorsitzende am Samstag zu „Sport meets PHV“, einer Begehung der bestehenden PHV-Sportanlagen, eingeladen: Um aufzuzeigen, was an Sportplätzen und Hallen vorhanden ist, was künftig von den Vereinen und freien Sporttreibenden genutzt werden soll und was einer – mehr oder weniger aufwändigen – Sanierung bedarf. PHV-Projektleiter Andreas Damm erfuhr aus dem Munde des Sportkreis-Vorsitzenden Gerhard Schäfer, dass „das gesamte PHV-Sportgelände auch künftig für den Sport ausgewiesen werden“ müsse, denn es entstehe ein Stadtteil für rund 10 000 Einwohner, deren sportliche Grundbedürfnisse zu berücksichtigen sind. Schäfer machte deutlich, dass im PHV „eine einmalige Chance“ bestehe, „nachhaltige Einrichtungen für Kultur und Sport zu schaffen. Noch sehen wir hier keine perfekten Anlagen, doch wir werden darauf achten, dass diese Chance nicht vertan wird.“

Während der Ansprachen zeigten die D1-Kicker der SG Kirchheim mit den Trainern Cem Üzüm und Marcus Jakiesch, die Baseball-Spieler der Heidelberg Hedgehogs sowie die Spieler und Cheerleaders der Heidelberg Hunters im American Football, dass man auch auf einem seit Jahren ungepflegten und sonnenverbrannten Rasen Sport treiben kann, und Vereinsführende aus dem Bogenschießen, Basketball, Frisbee, Hockey, Lacrosse, Rugby und Tennis malten sich beim Rundgang durch die Hallen und über die beiden Sportplätze aus, wie sie die Zukunft ihrer Vereine oder einzelner Abteilung dort gestalten könnten.

Eckart Würzner lobte zunächst „die gigantische Bereitschaft der Bürger, sich für andere einzusetzen und sagte: „Ich bin glücklich und dankbar für das ehrenamtliche Engagement in den 125 Heidelberger Sportvereinen.“ Dann überraschte das Stadtoberhaupt mit unmissverständlichen Erklärungen: „In einer internationalen weltoffenen Wissenschaftsstadt muss der Sport ein wesentlicher Bestandteil werden. Heute zeigen die Vereine im PHV: Wir sind schon da und wollen an die Historie anknüpfen – Amerika und Sport ist eine Einheit. Unser Sport braucht hier, auch für den Schulsport, drei Sporthallen, ein Hallenbad, und beide Sportfreiflächen müssen nutzbar gemacht und gepflegt werden.“ Der Masterplan, so der OB, sei „noch im Prozess“, doch die Bedürfnisse des Sports „müssen sich schon im nächsten Doppelhaushalt niederschlagen.“ Gerhard Schäfer versprach: „Gut, wir lassen nicht locker!“ (Text: Claus-Peter Bach)

Fotos: Sportkreis Heidelberg / Fülop