„Sport für Vielfalt“ - Team Syrien gewinnt das Finale der Weltliga

Vor gut vier Monaten startete die „Weltliga“ auf dem Sportplatz der SG Kirchheim. Zusammen mit dem Sportkreis Heidelberg, der FG Rohrbach, und der Stadt Heidelberg gründete man das Projekt „Sport für Vielfalt“ – Ziel war es, den Flüchtlingen, die größtenteils aus den Flüchtlingsunterkünften Hardtstraße, Patton-Baracks und Henkel-Teroson  kommen, eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu bieten. „Der Fußball war dafür natürlich perfekt“, erklärte der SG-Vorsitzende Uwe Hollmichel.

Acht Wochen lang standen sich jeden Dienstag über 60 Flüchtlinge aus der ganzen Welt gegenüber. Die Teams bildeten sich schnell: Acht Spieler – meist aus dem gleichen Herkunftsland – plus zwei Heidelberger Studenten, denn auch an den Unis wird gerne gekickt. „Mit dem Fußball als gemeinsames Interesse können wir viel bewegen“, findet Marc Frick von der FG Rohrbach. Und Martino Carbotti vom Sportkreis ergänzt: „Natürlich ist Fußball bei den Flüchtlingen die beliebteste Sportart. Es ist aber auch in unserem Interesse, diesen das vielfältige Angebot des Heidelberger Sports näher zu bringen und sie für andere Sportarten zu begeistern.“

Deshalb gibt es neben dem Kick auf dem Kunstrasenplatz auch sportliche Beschäftigung in der Halle. Zur selben Zeit wie die Männer treffen sich die Frauen im Gymnastikraum zum Zumba – die Kinder und Jugendlichen werden mit Ballsportangeboten in der Turnhalle des Sportzentrums Süd betreut.

„Wir wollen wir die Flüchtlinge langfristig in die Heidelberger Sportvereine integrieren“, erklärt Sportkreis Vorsitzender Gerhard Schäfer und verwies auf das „Kick-Off“-Event im April diesen Jahres: Hier stellten sich über zehn Heidelberger Vereine in einem bunten Mitmachprogramm vor – für manche Flüchtlinge endete der Tag sogar mit einer Vereinsmitgliedschaft.

Auch der Finaltag der Weltliga schloss sowohl für Team Syrien als auch für Team Nigeria mit einer erfreulichen Nachricht ab: Zwar musste sich Kapitän Maik mit seinem Team Nigeria im Elfmeterschießen geschlagen geben, doch einen Preis gab es trotzdem. Durch den zweiten Platz gewann seine Mannschaft einen Tagesausflug auf die Minigolfanlage. Der Premierensieger Team Syrien bleibt dagegen seiner Sportart treu: Flüchtlinge und Paten fahren gemeinsam nach Sinsheim in die Rhein-Neckar-Arena, um die Jungs der TSG 1899 Hoffenheim bei einem Heimspiel zu unterstützen.

„Die Weltliga war ein voller Erfolg“, zog Marc Frick sein Fazit, „wir möchten sie auf jeden Fall weiterführen.“ Und auch von Seiten des Sportkreises, so Gerhard Schäfer ist eine Fortsetzung geplant: „Zum Projekt ’Sport für Vielfalt’ möchten wir noch mehr Vereine und Sportarten dazugewinnen – außerdem planen wir ein Programm für den Winter.“ Die Heidelberger Flüchtlinge können sich also auch in Zukunft auf ausreichend sportliche Beschäftigung freuen.

(Text: Tillmann Bauer)