Projekt "Sport und Spiel mit Abstand"

Mit Blick auf die bestehende Krisensituation an Schulen, insbesondere was den Sportunterricht angeht, bietet der Sportkreis Heidelberg ein Programm an, mit dem er Schüler*innen und Lehrer*innen unterstützen kann. Er orientiert sich dabei am Konzept "SPIELE UND ÜBUNGEN ZUM THEMA ‘NÄHE UND DISTANZ‘" des Vereins "IcanDo e.V." .der damit an Grundschulen in Hannover bereits sehr erfolgreich war. Der Verein gewann für sein Engagement den ‘Großen Stern des Sports 2020‘ in Gold.

Bei vielen Grundschullehrer*innen herrscht aktuell Unsicherheit, wie sie einen, an die Einschränkungen der Corona-Krise angepassten Sportunterricht, gestalten sollen.

Der Sportkreis Heidelberg will hier helfen und den Schulen einen Spiele-Katalog an die Hand geben, mit dessen Hilfe sie einen attraktiven Sportunterricht, mit den nötigen Abstandsregeln, durchführen können. Viele, der bisher üblichen Verhaltensweisen des sozialen Miteinanders, sind aktuell nicht erlaubt – neue Verhaltensweisen, die Abstand beinhalten, sind noch nicht etabliert. Der Sportkreis stellt mit seinem Programm Ideen für spielerische Interaktionsformen und Rituale, deren Durchführung die Einhaltung von Abstand ermöglichen, vor. 

Die vorgestellten Spiele sind so gestaltet, dass sie leicht in den Schulalltag zu integrieren sind. 

Sie können:

  • sowohl in die Pausenzeiten, als auch in den Sportunterricht integriert werden
  • auf dem Schulhof oder, wenn es die Corona-Beschränkungen zulassen, in der Sporthalle durchgeführt werden
  • eine gesamte Sportstunde füllen oder als einzelne Elemente in den Unterricht eingebaut werden

Das Konzept kann auch dabei helfen, dass ungeregelten Situationen in den Pausenzeiten besser gehandhabt werden können. Die Schüler*innen können sich intensiv bewegen und haben dabei trotzdem Distanz zu einander. Dies kann zur Entspannung der Pausensituation beitragen.

 

Pädagogische Handlungsgrundlagen

Die Spiele werden spezifisch gestaltet

Damit Spiele zum Thema ‘Abstand einhalten‘ als Lernhilfe dienen, müssen ihre Bedingungen und Regeln endsprechend anpassen. Räume und Spielfelder werden so gestaltet, dass Abstände eingehalten werden müssen. 

So kann beispielsweise bei einem Fangspiel, das übliche "Abschlagen", durch das "Abwerfen" mit einem Softball ersetzt werden. Dadurch diese Abänderung bleibt der nötige Abstand, aber auch das Wesen des Spiels erhalten. 

Das Spielfeld ist klar definiert

Um die Abstandsregeln, während der Spiele, gut umsetzen zu können, bedarf es eines speziell strukturierten Spielfeldes. Bei einem Großteil der Spiele befinden sich die Kinder in sogenannten "Safe Kreisen", die garantieren, dass der Abstand zu ihren Mitspieler*innen groß genug ist. Die kleinen "Safe Kreise" sind in einem großen "Spielkreis" angeordnet, der dafür sorgt, dass sich alle Kinder sehen und so besser auf einander achten können. Der Aufbau ist also klar definiert und sowohl auf dem Schulhof, als auch in der Sporthalle einfach durchzuführen. Die "Safe Kreise" können aus unterschiedlichen Materialien bestehen (z.B. farbige Pylone, Kegel, Teller oder Reifen).

Verhaltensregeln werden gemeinsam festgelegt

Neben den normalen Spielregeln, werden mit den Kindern auch Regeln zum Verhalten vereinbart. Auf diese Weise soll auf spielerische Art "Soziales Lernen" stattfinden und ein rücksichtsvoller Umgang miteinander gefördert werden. 

Dies sind die grundlegenden Regeln:

  1. Bei Stopp halte ich alles an! 
    Alle Schüler*innen unterbrechen direkt ihr aktuelles Handeln
  2. Ich gehe achtsam mit dir um!
    Es wird ein respektvoller und vorsichtiger Umgang, den Mitschüler*innen gegenüber, vereinbart
  3. Jeder spricht für sich selbst!
    Es soll weder Beleidigungen, noch Schuldzuweisungen während des gemeinsamen Spielens geben
  4. Ich darf Fehler machen und du auch!
    Die Kinder sollen erleben, dass es kein Problem ist wenn ein Fehler passiert, solange sie sich dessen bewußt sind und auch die Fehler ihrer Mitschüler*innen tolerieren. 

Es findet eine kindgerechte Reflexion statt

Eine Reflexionsrunden, in kindgerechter Form, fördert das Verstehen, des in der Sportstunde Erlebten. Die Reflexion findet immer im "Kreisgespräch" statt. Es werden erfolgreiche Erlebnisse und Konfliktsituationen gemeinsam besprochen. Es wird darauf geachtet, dass es nicht zu Abwertungen der Mitschüler*innen kommt.

Das sind die grundlegenden Fragen:

  1. Was hat gut funktioniert?
  2. Konntet ihr den Abstand zueinander gut einhalten?
  3. Was hat nicht gut funktioniert? 
  4. Was wünscht ihr euch für die nächste Spielrunde und von wem?
  5. Was werdet ihr selber zum Gelingen beim nächsten Mal beitragen?
  6. Welches war euer Lieblingsspiel

Quelle: "Spiele und Übungen zum Thema ‚Nähe und Distanz‘" | IcanDo e.V.